Der aktuelle Fall in Würzburg, wo mehrere Menschen eines Seniorenheims an COVID19 erkrankt und neun Personen bereits verstorben sind (Stand 21.März.2020) zeigt, dass lokal ein sprunghafter Anstieg an medizinischem Versorgungsbedarf die Kliniken vor Ort an ihre Kapazitätsgrenzen bringen kann. Insbesondere wenn vermehrt Menschen aus Risikogruppen erkranken und, wie in der Uniklinik Würzburg momentan der Fall, alle Intensivbetten mit Beatmungsgerät in Gebrauch sind.

Wie kann man nun zur Entspannung von solchen Krisensituationen bestehende Pflegeeinrichtungen nutzen?

Die Umfunktionierung bestehender Privatkliniken oder Rehaeinrichtungen wäre relativ zügig möglich. Aber auch die Einrichtung eines Notlazaretts in betreuten Wohneinrichtungen für Menschen mit Behinderung ist denkbar und sinnvoll. Viele solcher Einrichtungen verfügen über ein Gelände mit mehreren Gebäudekomplexen aufgeteilt in Wohnhäuser und Förder-/Werkstätten. Dort leben und arbeiten Menschen mit körperlichen, geistigen und seelischen Beeinträchtigungen verschiedenster Art unter der Betreuung von Heilerziehungspflegern*innen (HEP) und anderem Fachpersonal. Sie gehören aber durch ihre Behinderungen auch der Risikogruppe an. Im Falle einer sich ausbreitenden Ansteckung mit SARS-CoV-2 wäre eine schnelle, effiziente Errichtung eines Notlazaretts von entscheidendem Vorteil.

  • Gebäude der Förder-/Werkstätten vor Ort schnell verfügbar
  • mobile Schleusenanlagen könnten Quarantänestation absichern
  • Betreuung durch gewohntes Personal in gewohntem Umfeld
  • Weniger medizinische Fachkräfte nötig
  • Infrastruktur der Nahrungsversorgung meist schon implementiert
  • Belegung des Krankenhauses wird auf schwere Fälle minimiert