Der Volksmund kennt nosokomiale Infektionen landläufig als „Krankenhauskeim“. Im Grunde beschreibt es aber nur jeden Pathogen, der im Krankenhausumfeld übertragen wird. Somit gehört auch SARS-CoV-2 (auch: Corona oder Covid19) dazu.

Krankenhausübertragungen (also nosokomiale Infektionen) wurden schon bei den Ausbrüchen von SARS und MERS beobachtet und sind auch jetzt bei der COVID19-Pandemie in vielen Ländern relevant. Besonders schwerwiegend ist diese Art der Übertragung, da stationär behandelte Krankenhauspatienten durch ihre Vorerkrankung anfälliger für schwere Krankheitsverläufe sind und infiziertes Personal eine Verschärfung des Personalmangels nach sich zieht. Optimal wäre also eine möglichst strikte Trennung von COVID19-Patienten von anderen Patienten. Dabei ist es egal ob erstere nur einen Verdacht auf Infektion haben oder schon positiv getestet wurden.

Wie könnte so ein Szenario aussehen? Die Chinesen haben für ihre Bevölkerung sog. Fieberkliniken eingerichtet. Man könnte hierzulande ebenso ausgewählte Notlazarette in Krankenhausnähe aufbauen. Nach chinesischem Vorbild würde man so alle Verdachtsfälle unter Beachtung der Hygienemaßnahmen bündeln und testen. Fällt das Testergebnis negativ aus wird der Patient noch einmal wenige Tage dort in Quarantäne gehalten bis zur Testwiederholung. Patienten mit positivem Ergebnis werden automatisch je nach Fall in ein weiteres Lazarett für moderate Erkrankungen oder ins nahe Krankenhaus bei schweren Krankenheitsverläufen gebracht. Zur weiteren Abgrenzung von anderen Patienten können auch spezielle COVID19-Ambulanzen zum Krankentransport hergenommen werden. Dies sind im Grunde normale Ambulanzen, die aber nur SARS-CoV-2-Infizierte transportieren. Somit wird das Übertragungsrisiko weiter minimiert. Darüber hinaus kann durch diese strikte stationäre Trennung auch die Überlastung von Hausarztpraxen v.a. im ländlichen Raum eingedämmt werden. Der Einsatz eines Notlazaretts als Fieberklinik und prästationäre Aufnahmestelle von Menschen mit Verdacht auf SARS-CoV-2 bringt enorme logistische und epidemiologische Vorteile.

Quelle:

RKI (https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Getrennte_Patientenversorgung.htm)